Wochenende

Spontan an einem Wochenende verreisen, Gewohntes hinter sich zu lassen, um in wenigen Tagen Abstand von der Hektik des Alltages zu finden. In unregelmäßigen Abständen biete ich solche "Distanzwanderungen" in mir vertrauten Regionen an. Wiederum werden dabei kleine, landestypischen Unterkünften als Ruhe- und Aufbruchsstätten angedacht. Die überwiegende Zahl davon beruhen auf private Kontakte mit einem bereits freundschaftlichem Verhältnis.  

 

 

 

 

AUS ZWEI MACH EINS

 

 

NEUE MÖGLICHKEITEN IN EINER UNGEWÖHNLICHEN KOMBINATION

 

Ein bewährtes Wochenende wird heuer ergänzt. Dabei besteht die Möglichkeit das "Spargelwochenende" durch ein "Löwenzahnwochenende" zu ergänzen oder einfach nur eines davon zu wählen. Wobei die Gleichzeitigkeit durch die geographische Höhenstufung möglich wird:

 

Der Deutschnonsberg liegt am nördlichsten Rand des Nonsberges, wobei die Orte bis über 1400 Meter erreichen. Allerdings zeigt sich dieser Landstrich in einer konkaven Ausbildung der Sonne zugewandt und bietet dabei unzählige Möglichkeiten neben dem kulinarischen Erleben auch dementsprechend viele Entdeckungen in kultureller Hinsicht zu machen, direkt an der Sprachgrenze.

 

Das Zentrum von Terlan liegt dagegen nahezu 1200 Höhenmeter tiefer, direkt an der Etsch, welche ideale Sandböden zum idealen Gedeihen der Spargelpflanze ange-schwemmt hat. Auch hier bieten sich ungezählte Möglichkeiten sowohl kulinarisch als auch kulturell, wobei diese hier in den Süden zeigen: im Ort lassen sich Anknüpfungen zu Giottos finden - und damit zu europäischer Kunstgeschichte.

 

 

 

 

 

TRADITIONELLER HAUPTBESTANDTEIL EINER FRÜHJAHRSKUR - DER LÖWENZAHN

 

 

 

UNERWARTETE ÜBERGÄNGE AN EINER SPRACHGRENZE

 

 

Bis vor wenigen Jahren waren die Orte des Deutschnonsberg von Südtirol aus schwer erreichbar und dementsprechend selten besucht. Hier, am nördlichsten Bereich des Nonsberges treffen wir auf eine Sprachgrenze, welche sich auch in den kulturellen Ausprägungen sichtbar zeigt. Dabei finden sich zwischen den "Grenzorten" keine Hindernisse, meist nur grüne Wiesenlandschaft. Dies war der Grund, dass sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg Wissenschaftler für diese Region interessierten. Als Ergebnis dieser Untersuchungen erschien im Jahre 1974 das Buch "The Hidden Frontier" von John Cole und Eric Wolf: ein ökologischer und ethnologischer Bericht über ein Alpines Tal.

Im Jahre 1996 wurden am Deutschnonsberg, initiert durch den bekannten Kräuter-pfarrer Joseph Weidinger, die Löwenzahnwochen erstmalig durchgeführt und stellen damit eine der ersten durchgeführten Thementage mit kulinarischem Hintergrund in Südtirol dar.

Neben dem kulinarischen Schwerpunkt dieser Woche werden wir auch einen Blick auf die volkskundliche Verwendung dieser Pflanze werfen und dabei auf interessante, traditionelle Verwendungsmöglichkeiten stossen, welche aufzeigen wie ehemals eine karge Nahrung Verbindungsstellen zur "gesunden Ernährung" hatte.

 

 

 

 

 

 

GENUSSVIELFALT ALS FRÜHJAHRSOFFENSIVE

 

 

 

WANDERN IN FRÜHJAHRSWÄRME UND WEISSES WURZELWERK ALS GESUNDHEITSELEXIER

 

 

Eindrucksvoll markieren die Reste der Burg Maultasch den Raum um Terlan. Marx Sittich von Wolkenstein beschreibt im 16. Jahrhundert in einer ersten Tiroler Landesbeschreibung den Hügel hinauf zur Anlage mit Palmen überwachsen. Besonders in den frühen Monaten kann man die Wärme auf der Anhöhe fühlen. Unterstützt wird diese aufkeimende Frühjahrssonne durch die besondere Speicherkraft des rötlichen Quarzporphyrs. Entspannt streicht der Blick dabei über die Ebene des Etschtales, welche ab hier in zurückliegender Zeit schiff- besser floßbar war. Davon ist jedoch nichts mehr zu erahnen, dagegen weisen die folienüberdeckten Feldflächen ebenfalls auf die Frühjahrswärme hin. Unterhalb der Folien wird die Staude des Spargels, einem Liliengewächs, wirtschaftlich angebaut. Der sandige Grund des ehemaligen Etschlaufes bietet dazu die besten Voraussetzungen. Aus dieser landwirtschaftlich genutzten Ebene ziehen Steige bergwärts. Die Kulturpflanzen bleiben zurück, der Hang bleibt jedoch weiterhin durch Gestrüpp und Bäume grün bekleidet. Zwischendurch finden sich bei einem Aufstieg uralte, klassisch steingepflasterte Wirtschaftswege welche vor noch nicht allzu langer Zeit eine Verbindung zu den ehemals schwer erreichbaren Orten auf der Anhöhe darstellten. Diese Erfahrungen finden in der bereits angenehm lauschigen Abendwärme anlässlich eines Abendessen, zubereitet aus frisch gestochenem Spargel, ihren krönenden Abschluss. 

 

 

 

TERMINE HERBST 2019 AUF ANFRAGE 

                                              -  wir werden wieder zu Gast in der Bauernstube sein

 

 

 

KASTANIEN - UND NEUER SUSSER

 

SPIRALEN UM EINE EHEMALS BEDEUTSAME FRUCHT UND EINEN HISTORISCHEN BRAUCH, WELCHER DIREKTE KOMMUNIKATION FÖRDERT - ZU GAST IN DER BAUERNSTUBE

 

 

 

Die "Torggl" hat ihre Arbeit getan - da wird es Zeit sich zum "törggelen" aufzumachen. Dabei wird der "Neue" verkostet, frisch Geschlachtetes gegessen und mit einer süssen Nachspeise, einer regionalen Spezialität, das Mahl beendet. Als "Draufgabe", aber auch gleichzeitigem Höhepunkt des Abends, kommen noch die Kastanien, die Kescht´n, auf den Tisch. So kann die Nacht noch andauern, die Gespräche werden nicht so schnell enden, auch wenn sich das Thema nicht nur um die  historische Bedeutung dieser Frucht, dem ehemaligen Brot der Südalpen, thematisiert.

 

Während des Tages führen die Wege und Steige durch die Kastanienhaine hinauf in herbstlich gefärbte Landschaft mit klarer Luft. Die Gedanken werden dabei abgelenkt von Überlegungen, geleitet ganz nach historischem Vorbild, welchen "Nachbarn" man heute seine Aufwartung macht, um den Susser, den neuen Wein zu verkosten.

 

 

 

 

 

 

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